Haushalte in der Schweiz nutzen mehrheitlich fossile Energieträger um zu heizen. Die Mustervorschriften für Kantone im Energiebereich (MuKEn) setzen sich mit der Nutzung von Energie in Gebäuden auseinander. Was genau sich hinter den MuKEn verbirgt und wie sie in der Schweiz bereits umgesetzt werden, zeigen wir in diesem Beitrag.

Was sind die MuKEn?
Für die Energienutzung in Gebäuden sind die Kantone zuständig. Artikel 45 Abs. 2 im Energiegesetz (EnG) präzisiert: «[die Kantone] erlassen Vorschriften über die sparsame und effiziente Energienutzung in Neubauten und in bestehenden Gebäuden

Die Konferenz Kantonaler Energiedirektoren (EnKD) stellt sicher, dass die kantonalen Energievorschriften grösstenteils harmonisiert werden. Die Vorschriften sollen bezwecken, dass ein Neubau (lediglich) rund 3.5 Liter Heizöl-Äquivalente an Wärmeenergie verbrauchen sollte, sanierte Gebäude rund 8 Liter.

Warum wurden die MuKEn erarbeitet?
Gemäss dem Bundesamt für Statistik sind Schweizer Haushalte für 35 Prozent der Energienutzung im Land verantwortlich.

Grafische Darstellung des Energieverbrauchs der Haushalte in der Schweit

Energie Schweiz 2018, Energieverbrauch der Haushalte in der Schweiz

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Haushalte heizen mit fossilen Energiebrennstoffen: Heizöl und Gas. In diesem Zusammenhang überrascht es nicht, dass die Schweiz das Land mit dem höchsten Prozentsatz an Heizölverbrauch in Gebäuden in Europa ist. Die MuKEn setzen sich mit dieser Situation auseinander und sind Teil der Energiestrategie 2050 des Bundes, mit dem Ziel die Energieeffizienz in Gebäuden zu verbessern und CO2 Emissionen zu reduzieren.

Wie lauten die MuKEn Vorschriften bezüglich Stromproduktion?
Die Vorschriften rund um erneuerbare Energien befinden sich im Basismodul, in dem auch die Vorschriften zu den Themen Isolierung, Heizung, Lüftung und Gebäudeausweise zu finden sind. Die Übernahme des Basismoduls ist für alle Kantone zwingend.

Neubauten sollen einen Anteil des Stromverbrauchs durch Eigenproduktion decken: «Die im, auf oder am Gebäude installierte Elektrizitätserzeugungsanlage bei Neubauten muss mindestens 10 W pro m2 EBF betragen, wobei nie 30 kW oder mehr verlangt werden.» (Art.1.27 MuKEn). In der Praxis dürften wohl primär Photovoltaik-Anlagen eingesetzt werden. Bestehende Bauten sind davon nicht betroffen.

Sind die MuKEn überall in der Schweiz umgesetzt?
Werden Module übernommen, so müssen diese unverändert übernommen werden. Die EnKD hat 2011 das Ziel definiert, dass die Vorschriften für die ganze Schweiz bis 2020 in Kraft treten. Dieses Ziel wurde nur teilweise erreicht, denn die Umsetzung der MuKEn hat mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant und schreitet ungleichmässig voran. Elf Kantone haben die MuKEn schon in ihre Energiegesetze übernommen. Zwei Kantone, Bern und Solothurn, haben sie abgelehnt.

Stand Umsetzung MuKEn in den Schweizer Kantonen

Quelle: EnDK, Stand Februar 2020